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Die IVCG

 
Ausgabe 06/10 

Von Dominosteinen, Adventskalendern und anderen lebenswichtigen Dingen

Ich gebe es offen zu: Ich bin ein Weih­nachtsmuffel. Es kann doch nicht an­gehen, dass sich im Dezember – oder sollte ich besser sagen, gleich nach den Sommerferien – alles nur noch um Lebkuchen, Dominosteine und Geschenke auf Vorrat bunkern dreht. Alle Jahre wieder bin ich erstaunt, was plötzlich mit den vernünftigsten Men­schen passiert, nähert sich der Kalen­der dem 24. Dezember. Viele beschwe­ren sich, beugen sich am Ende aber doch dem Massendruck. Dennoch, ich bin nicht allein. Jedes Jahr begegnen mir mehr und mehr Aussteiger.

Bei den einen ist es einfach die Über­sättigung an Kitschigem. Manche verdanken ihren Weihnachtsüber­druss auch dieser überschwänglichen Gefühlsduselei, ungehemmter Kon­sumgeilheit, den stressigen Materi­alschlachten und dem alljährlichen Schenkzwang.

Bei den anderen hapert es schlicht und einfach am Thema Familie. Weihnachten – das Fest der Familie. Und was ist, wenn da keine ist? Oder wenn da eine ist, die aber bedauer­licherweise gespalten, überfordert, krank, stillos, zerstritten, unaus­stehlich, geschieden, über die Welt verteilt oder einfach nur traurig oder nicht mehr oder was weiß ich … ist?

Warum ist dieses Fest denn überhaupt so unglaublich weit entfernt von dem, was es möglicherweise einmal aussagen sollte? Könnte es nicht auch ohne fette Geschenke und das ganze Brimborium ablaufen – einfach nur der Geburtstag eines lieben Freundes? Eines Freundes, der so ‘Freund-lich’ war, seine herrschaftliche Gottessohn- Stellung aufzugeben und hier auf der Erde als echter, verletzlicher Mensch aufzutauchen, um zu zeigen, dass wahre Freundschaft, Treue, Vertrauen, Verlässlichkeit, Nähe, Geborgenheit um Gottes Willen möglich ist? Wie kann das sein, dass die Selbstmordrate an Weihnachten höher ist als an jedem anderen Tag des Jahres? Was haben wir aus Weihnachten gemacht, wenn offensichtlich nicht mehr vermittelt werden kann, dass dieser Tag eigent­lich daran erinnern soll, dass wir Men­schen NICHT gottverlassen, einsam, allein und unnütz sind?

Wie kommen wir wieder zur echten Feier zurück? Wie kann Jesus in un­serer Lebens-Wohnung Einzug halten – nicht in Form von grellblinkenden Lichterketten, sondern als echtes, hoff­nungsspendendes Licht am Ende des Tunnels? Vielleicht indem wir diesem Jesus – nicht nur dem ‘holden Kna­ben im lockigen Haar’, sondern dem Menschen und Gott – ernsthaft auf die Spur kommen? Vielleicht würde das sogar echte Weihnachtsmuffel aus der Reserve locken ...?

Mensch, Jesus ...?

Vor einigen Jahren entwickelte ich für www.godnews.de einen Adventska­lender. 24 Tage bis zum weltweit ge­feierten Geburtstagsfest. Geburtstag? Wessen Geburtstag? Leider wissen viele Menschen gar nicht mehr, was oder vielmehr wer an besagtem Fest eigentlich gefeiert wird.

Diese Wissenslücke sollte dieser beson­dere Adventskalender schließen: Jeden Tag konnte man ein virtuelles Türchen öffnen, das den Menschen Jesus Chris­tus auf eine neue, überraschende Art vorstellte. Mit Text und Bild und immer in Verbindung mit einer bestimmten Bibelstelle, die über Jesus berichtet.

Der Kalender war ein großer Erfolg. Viele Menschen schickten die Motive, die es auch als kostenlose e-Cards gab, an ihre Freunde. Bis heute, denn der Adventskalender besteht auch über das damalige Weihnachtsfest hinaus: Auf www.menschjesus.de. stehen alle 24 – und inzwischen noch einige wei­tere Motive – online zur Verfügung.

Jesus nicht nur für Weihnachten ...?

Die Tatsache, dass Gott sich dieser Welt mit Haut und Haaren ausgeliefert hat, macht den christlichen Glauben weltweit einmalig. In jeder anderen Religion müssen die Menschen sich zu Gott bemühen, um ihrer Erlösung nä­her zu kommen. Durch Jesus Christus jedoch kommt Gott zu den Menschen, um uns nahe zu sein und seine Liebe spür- beziehungsweise erfahrbar zu machen.

Viele kennen die Geschichte Jesu nur bruchstückhaft. Die jährlichen Feier­tage erinnern uns bestenfalls an die Höhepunkte wie Jesu Geburt und Tod. Das Meiste von dem, was dazwischen passierte, ist oft gar nicht geläufig. Ja, Jesus kam für uns auf die Erde und starb für uns am Kreuz. Dass Jesus ster­ben musste, weil er so überzeugend für die Liebe eintrat, ist viel. Aber es ist längst nicht alles. Denn er hat auf die­ser Erde ein intensives Leben geführt, und er kennt alle Facetten, die das Leben zu bieten hat. Auch die unseres heutigen Alltags.

Da mag man einwenden: Zur Zeit Jesu gab es weder Fernsehen, Auto, Computer, Flugzeug noch Waschma­schine, Autobahn oder Hochhäuser. Dementsprechend gab es keine Reiz­überflutung, Staus, Computerabstürze, Terminstress, Wasserrohrbrüche oder streikende Fahrstühle. Dennoch kennt er die elementarsten Lebenserfahrun­gen – denn ob wir Stress haben mit einem Verkäufer in der Computer­abteilung oder mit den Händlern auf einem arabischen Basar bzw. ob man unter römischer Besatzungsmacht leidet oder weltweite Terroranschläge fürchtet ... unsere Gefühle dabei sind zu jedem Zeitalter die gleichen.

Gott wurde Mensch, um eine Brücke zu uns zu schlagen, die wir von uns aus nicht hätten bauen können. In Jesus bekommen wir die einmalige Chance, uns Gott auf ganz persönliche Art zu nähern.

Ob Jesus wohl Weihnachten gefeiert hätte? Komische Frage? Anders ge­fragt: Hat Jesus seinen Geburtstag ge­feiert? Wir wissen es nicht. Aber ein Freund von Festivitäten war er unbe­dingt. Es gibt einige Berichte in der Bi­bel, die davon zeugen, dass Jesus auf vielen Festen zu Gast war. In diesem Sinn: Frohe Weihnachten!

Jesus, der Weihnachtsmuffel.

Er machte keinen Bohei um seinen Geburtstag, verlor nirgends ein Wort über Tannenbäume. Und beschenkt lieber täglich als alljährlich. Matthäus 6,33

Die Autorin

Eva Jung

Eva Jung

D-Hamburg

Kommunikations-Designerin aus Hamburg. Seit Januar 2010 Geschäftsführerin der Kreativschmiede www.gobasil.com mit Sitz in Hamburg und Hannover.

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