

„Ein Verfasser ist nur so gut wie sein Redakteur“. Fast alle Schriftsteller verstehen diese Wahrheit – ihre Texte bedürfen manchmal einer Korrektur. Ob es um grammatische oder Rechtschreibungsfehler geht, um ungenaue Formulierungen oder den Rat, das alles noch einmal zu überdenken: Korrektur ist ein wichtiges Element bei der Suche nach dem besten Weg, beim Leser erfolgreich anzukommen.
Korrektur ist jedoch nicht einfach. Es kann enttäuschend, entmutigend, manchmal sogar demütigend sein, wenn man erfährt, dass das wunderbare, arbeitsintensive und mit großer Liebe hergestellte Werk als nicht ausreichend empfunden wird, um die Aufmerksamkeit der Leser einzufangen. Dann haben wir zwei Optionen: entweder die Einwände und Vorschläge des Redakteurs ernst nehmen, oder sie mit der inneren Überzeugung ignorieren, dass das eigene literarische Genie einfach nicht erkannt wurde.
Das Wertvolle an Korrektur – manche nennen das konstruktive Kritik – beschränkt sich nicht nur auf das Schreibhandwerk. Es gilt für alle anderen Tätigkeiten. Selbst der begabteste Mitarbeiter – ob im Vertrieb, im Handwerk, im Management oder auf höchster Führungsebene – muss dazulernen und seine Fertigkeiten verfeinern, um erfolgreich zu sein. Es ist hilfreich, einen Außenstehenden einzubeziehen, einen objektiven Betrachter, der Fehler und Einschränkungen erkennen und Verbesserungsvorschläge machen kann.
Leider ist Korrektur nicht immer willkommen. Manchmal wird sie verübelt und ausgeschlagen. Es geht um den eigenen Stolz, wenig Bereitschaft die Haltung einzunehmen, die das Gegenteil von Stolz ist – Demut. Die Weigerung solche gut gemeinte Kritik wenigstens wohlwollend zu bedenken, kann ernste Folgen haben. Vielleicht erscheinen deshalb mehrere Passagen zu diesem Thema im Buch der Sprüche des Alten Testamentes, nämlich im Kapitel 15:
Korrektur zu ignorieren, ist unklug. Manchmal ist es schmerzhaft, korrigiert zu werden, aber es könnte in unserem Interesse liegen, darauf zu hören: „Nur ein unverständiger Mensch verachtet die Erziehung seiner Eltern; wer sich ermahnen lässt, ist klug.“ (Sprüche 15, 5).
Korrektur zu ignorieren, hat verheerende Folgen. Erzogen zu werden, heißt in die Richtung gedreht, die ursprünglich vorgesehen war. Wenn wir nicht bereit sind, Korrektur anzunehmen, können wir auf einem falschen Weg landen, vielleicht ohne Wendemöglichkeit. „Wer krumme Wege geht, wird hart bestraft; und wer jede Ermahnung verwirft, schaufelt sich sein eigenes Grab.“ (Sprüche 15, 10). „Wer auf hilfreiche Ermahnung hört, den kann man klug nennen!
Wenn du jeden Tadel in den Wind schlägst, schadest du dir selbst. Wenn du dir etwas sagen lässt, dann gewinnst du Einsicht.“ (Sprüche 15, 31 – 32).
Korrektur verschmähen heißt, der Weisheit den Rücken zu kehren. Wenn wir uns einmal entschieden haben, kann es schwer fallen, konstruktive Kritik anzunehmen, auch wenn sie unserem Besten dient. Sie aber abzulehnen, ohne faires Bedenken, ist meistens unklug. „Ein Hochmütiger will nicht ermahnt werden, darum meidet er den Umgang mit klugen Menschen.“ (Sprüche 15, 12).
Korrektur zu bedenken, hilft Pläne und Ziele klarer zu sehen. Wir können unsere Pläne und Ziele überprüfen, indem wir vertraute Freunde oder Kollegen um ihre Meinung und ihren Rat bitten. Wenn wir dieses mit in den Topf werfen, kommen wir wahrscheinlich zu den richtigen Schlussfolgerungen. „Ohne Ratgeber sind Pläne zum Scheitern verurteilt; aber wo man gemeinsam überlegt, hat man Erfolg.“ (Sprüche 15, 22).
Korrektur richtig anzunehmen, bedarf der Bescheidenheit. Ein Großteil des Lebens besteht aus Lernen und Verstehen. Es bedarf ein wenig Bescheidenheit, um zuzugeben, dass man nicht alles weiß. Der größte Akt der Bescheidenheit ist, sich Gott zu unterwerfen und anzuerkennen, dass er über unser Leben regiert – auch wenn das die Aufgabe unserer eigenen Wünsche bedeutet. „Wer Ehrfurcht vor Gott hat, erlangt Weisheit; bevor man zu Ehren kommt, muss man Bescheidenheit lernen.“ (Sprüche 15, 33).
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ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard